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125 Jahre Heilklimatischer Kurort Hahnenklee-Bockswiese

eine Reise von 1882 bis 2011 zusammengestellt
von Kurt Meyerhoff und Axel Pfannkuche bis 2007
ab 2008 Volker Berrisch und Heino Wohlert

Die Jahre von 1882 bis 1930

1882

Der Sommer 1882 gilt als das Geburtsjahr Hahnenklees als Kurort. Der erste Kurgast war Henriette Wilmsen aus Arnswalde in der Neumark. Am 1. Oktober 1882 kaufte der aus Bad Harzburg stammende Georg Carl Flick, im Volksmund “ Der Deutsche” genannt, vom Bergmann August Keller die 1878 mit der Hausnummer 52 erbaute Gastwirtschaft “ Zum Braunen Hirsch”. Mit der Umbenennung in “Gasthof Deutsches Haus” proklamierte er den “Kurort Hahnenklee”. Hermann Keller kauft den ( Hahnenkleer) Hof. Erreichten die Schächte der Gruben “Herzog August” und ”Johann Friedrich” eine Teufe von 410 bzw. 430 m  

1884

Im Sommer 1884 meldet Hahnenklee 27 Kurgäste. Im August Anbindung an die Autostraße Goslar-Zellerfeld über Bockswiese im Bereich Wegekreuz (Kreuzeck)

1885

Befestigung der Hauptstraße, der heutigen Rathausstraße, zur Fahrstraße.  

1886

Es gründete sich ein Verschönerungsverein. Hahnenklee meldet 228 Kurgäste.

1888

Gingen die Bergwerke an den Landesherren Friedrich III und später an Wilhelm den II.

1889

Am 1. April wurde im Haus von Kaufmann Keller eine Posthilfsstelle eingerichtet  

1890

Hotelbesitzer Frick vom “Deutschen Haus” legte einen Park an, der sich von seinem Haus bis zum Kranicher Teich erstreckte. Im “Deutschen Haus” wurden bereits medizinische Bäder angeboten. In den Anlagen gegenüber dem Hotel befand sich ein Tennisplatz. Ab 1894 gab es Kurkonzerte mit einer Militärkapelle aus Goslar.  

1891

Am 1. September 1891 enstand die erste Telefonverbindung im Hotel “Deutsches Haus” mit der Aussenwelt Der Güterverkehr nach Hahnenklee und Bockswiese wurde bis 1891 ausschließlich mit Trageseln vorgenommen.

1892

Am 24 Januar 1892 wurde Untersteiger Theodor Hein ehrenamtlicher Gemeindevorsteher für Bockswiese und Hahnenklee. Er hatte das Amt bis zum 31. Januar 1919 inne. Am 2. Mai 1892 wurde aus der Posthilfsstelle eine Postagentur.
Während der Sommermonate, vom 1.Juni bis 30. September, erfolgte die Personenbeförderung von und nach Goslar mit mehrsitzigen Personenfuhrwerken unter Mitnahme von Postsachen.
Wurde Eberhard Liebetraut Besitzer des Hofes und richtete eine Gastwirtschaft ein.
Wurde die Strassenverbindung nach Lautenthal fertig gestellt, aber erst 1910 als feste Strasse ausgebaut.

1894

Neubau des “ Grandhotel Kurhaus” Auf dem Grundstück des heute alten Rathauses in der Rathaustrasse.
Erste Kurkonzerte im Hotelgarten des “ Hotel Deutsches Haus”. Ausgeführt vom Clausthal Bergmusik Corps.  

1895

Gründung des Harzklubzweigvereins Hahnenklee-Bockswiese am 17. Februar 1895 im Hotel “Deutsches Haus”. Erster Vorsitzender war Förster Reiche.
Am 1. April 1895, anlässlich des 80. Geburtstages von Otto von Bismarck, wurde ein Denkmal, ein spitzkegliger, 3 Meter hoher Sandsteinfindling mit einer Reliefplatte und einem umlaufenden Eisenzaun aufgestellt.
G.C.Frick, der Deutsche, pflanzte dazu eine Eiche, welche noch heute an gleicher Stelle in der Rathausstrasse steht. Der Findling ist beim Bau der Seilbahn 1970 bis auf die Reliefplatte verloren gegangen.

1896

Die Personenbeförderung erfolgte täglich durch private Landauer und Kutschen zwischen Goslar und Hahnenklee, von Juni bis September.  

1897

Wurde eine neue Wasserleitung vom Mühlenberg in die bestehenden Wohnhäuser verlegt. Sie löste den bestehenden Röhrenstrang, der bis dahin 3 Bottiche, alte Entsilberungskessel, mit Trinkwasser versorgt hat, ab.  

1898

Am 18. Juni 1898 wurde ein Postamt III mit zwei Festangestellten Postboten eingerichtet.

1900

Um die Jahrhundertwende standen noch etwa 100 Kühe, (Rotbraune)in den Bergmannshäusern. Die Gäste schätzten die direkt aus den Ställen herbei gebrachte Milch als ein gesundes Kurprodukt.
Während Hahnenklee in den 90er Jahren schon einige Hotels aufzuweisen hatte, gab es in Bockswiese nur das gern von Damen aufgesuchte Kurhaus des Hoteliers Keller.
Wilhelm Herbst wird Besitzer des Hahnenkleer Hofs.

1903

Am 24.Mai 1903 erfolgte die Grundsteinlegung für einen 20 Meter hohen eisernen Aussichtsturm auf dem Bocksberg.  

1904

Hermann Knüppel kauft den “Hof” und legte 1905 den Grundstein für einen 8 Morgen großen Park mit seltenen Pflanzen und Bäumen an.  

1905

Oberförster Hermann Müller trat als der erste ehrenamtlich ernannte Kurdirektor seinen Dienst an und machte sich um den Ausbau Hahnenklees verdient.  

1907

Am 22.-23. und 24. Juni feierte Hahnenklee-Bockswiese das 25 jährige bestehen als Kurort. Anstelle der 32 kleinen Bergmannhäuser mit etwa 250 Einwohnern waren mehr als 90 moderne, meist 2 stöckige Logiehäuser entstanden, die jährlich etwa 7000 Sommergäste behagliche Unterkunft gewährten.  

1908

Nach nur zehnmonatiger Bauzeit wurde die Stabkirche am 28. Juni 1908 feierlich eingeweiht.

1909

Der Kaufmann C.W.Frick erbaute ein Elektrizitätswerk und versorgte mit einem auf 30 Jahre befristeten Liefervertrag die Gemeinde mit elektrischen Strom.
Wurde versuchsweise der Kraftomnibusverkehr zwischen Goslar und Hahnenklee eingerichtet.
Wurde der Lichtluft-Kurpark “Riklihöhe” eingerichtet.  

1910

Hatten Bockswiese und Hahnenklee 10 000 Übernachtungen. Bis 1912 wurde die Hauptstrasse erhöht und mit einem Pflaster versehen. Die Arbeiten wurden an Sonntagen von den männlichen Einwohnern in Eigenhilfe ausgeführt.  

1911

bis 1913 Neubau einer Hochdruckwasserleitung vom “Schwarzen Hermann” (oberer Kellerhalsteich) und Erweiterung der bestehenden Kanalisation.

1912

wurde eine Kaiserliches Postamt in der “Villa Hermine” einer Dependance des Hotel “Deutsches Haus” eingerichtete. Die Kurverwaltung und eine Lesehalle befanden sich bis 1918 im linken Erdgeschoss.  

1913

Das Oberharzer Wasserregal fand Eingang in das Preussische Wassergesetz. 

1914-1918

Der erste Weltkrieg  

1918

Gingen die Bergwerke an den Freistaat Preussen.

1914 - 1924

Gustav Lieben, hauptamtlicher Gemeindevorsteher. Er übernahm auch die Kurverwaltung, die bis dahin von Oberförster Hermann Müller ehrenamtlich geleitet wurde.

1920

Hahnenklee zählt ca. 11.000 Gäste

1922

Am 13. Mai 1922 kam Ferdinand Steinmeyer nach Hahnenklee. Mit dem Ankauf seines Hauses in der Krusestr., ( heute Parkstrasse 17), und eröffnete ein “Heilinstitut für Nervenkranke”. Allein die Existenz seiner Praxis brachte einen wirtschaftlichen Aufschwung für den Ort. Gründung der “Hahnenkleer Bank” am 23. Dezember 1922 als “Spar- und Darlehenskasse”. Den Namen “Hahnenkleer Bank” erhielt sie erst 1925. Als erster Geschäftsführer war 1923 August Berker tätig.
Die Geschäftsabwicklung erfolgte bis 1957 in angemieteten Räumen im Haus Hindenburgstr. 1  

1923

Bau einer 1550 m langen Bobbahn am Nordhang des Bocksberges mit 8 Kurven, deren höchste mit 5 m das “GroßeS” war.
Initiatoren waren der Gemeindevorsteher Gustav Lieben und der Hotelier Herman Knüppel. Die technische Planung lag bei Ingenieur Zentzytzki Berlin.
Während der Ausführung von den Goslarer Unternehmen C.Lauterberg vorgenommen wurde. Regierungs-Baumeister Stellfeld, Hahnenklee, und Katasterinspektor Köppen, Clausthal, leiteten die Bauausführung.
Bobsportwart war Franz Peinelt.
Eine 1250 m lange Naturrodelbahn verlief parallel zur Bobbahn. Hier wurden im Januar 1924 die Deutschen Rodelmeisterschaften ausgetragen.
Hahnenklee-Bockswiese wurde Jahreskurort  

1924 - 1929

Pensionshausbesitzer Carl Weißleder war nebenberuflich als Gemeindevorsteher tätig.

1925

Verlegung der ersten Gasleitung von Zellerfeld über Bockswiese nach Hahnenklee Ehrenamtlicher Gemeindevorsteher ist vom 9. Mai 1925 bis 19. Mai 1929 Carl Weißleder.
Am 1. Oktober 1925 übernahm Major aD.Curt Oertmann bis 30. September 1933 das Amt des Hauptamtlichen Kurdirektors die Post richtet Ihren Winterfahrdienst ein.
Die ersten Gäste kommen nach dem Krieg wieder nach Hahnenklee.
Die Bürger waren durch den Krieg und Inflation stark verschuldet. Viele mussten Ihre Häuser verkaufen. Aus allen Gegenden kamen Gastronomen, um sich in Hahnenklee niederzulassen.  

1926-1927

Bau des Waldsee-Freibades am Kuttelbacher Teich unter Gemeindevorsteher Carl Weißleder.. Mit 10 m Sprungturm, unterteilt in 3 m Sprungbrett und 5 m Plattform. Zwischen zwei Schwimmbühnen. 4 Wettkampfbahnen von 50 m länge. Am 10.6.1935 wurde eine Wasserrodelbahn eingeweiht. 1949 nochmals renoviert war sie bis 1952 in Betrieb. 1978 wurden alle Gebäude abgerissen.
Bei der Neugestaltung wurde auch ein Rund Café einbezogen und die einstige Terassenanlage wurde zur Liegewiese umgestaltet.

30.April 1926

In der Bocksberghütte bildeten sich nach Anregung von Ferdinand Steinmeyer, ähnlich der seit 1889 auf dem Brocken üblichen Feier der Walpurgisnacht, eine Walpurgisgemeinde Bocksberg.
Im Jahre 1927 wurde die Feier erstmals im grösserem Rahmen begangen. Nach einem Festessen im Deutschen Haus, gewürzt mit Vorträgen, Gesang und Tafelmusik ging es gegen 23 Uhr zur Blockhütte auf dem Bocksberg: Hier hielt der Teufel im scheine eines Höhenfeuerwerks seine Ansprache. Den Abschluss der Feier bildete ein Maientanz mehrerer Damen.
Am 1. April 1926 Eröffnung einer Zweigstelle der 1868 gegründeten Volksbank Lutter a.Bbge., im Hotel “Goldener Löwe” . Bis zu diesem Zeitpunkt wurden seit 1921 die Geldgeschäfte einmal, später zweimal wöchentlich in der Gaststätte “Oberland” getätigt. Die Leitung der Neuen Filiale übernahm bis 1948 Wilhelm Mahlmann.  

1928

Am 17. Juni 1928 erfolgte die Grundsteinlegung für eine Kath. Marienkapelle in der Lautenthaler Straße. Bereits am 15. August konnte der erste Gottesdienst gefeiert werden. Es wurden 15.000 Gäste gezählt und die Gemeinde Bockswiese Hahnenklee hatte 850 Einwohner.  

1929

Curt Oertmann übernahm am 30.9.1929 bis 26.4. 1933 das Amt des Hauptamlichen Gemeindevorstehers. Am 20. November 1929 wurde die “Freiwillige Feuerwehr” Hahnenklee-Bockswiese gegründet. Erster Wehrführer war Walter Weißleder.  

1930

Neuanlage der Poststrasse.
Neuanlage der Ausfahrtsstrasse mit Anpflanzungen von Ahornbäumen.
Heute der untere Teil der Parkstrasse ab Hindenburgplatz bis Bocksteifer Strasse.
Neuanlage der Promenadenwege um den Kraniche Teich. Für die Befestigung um den Kurteich wurde Steinmaterial aus dem Abriss des Pochwerkes in Bockswiese verwendet.